"Was du denkst": Atze Schröder kritisiert Thomas Gottschalk

"Was du denkst": Atze Schröder kritisiert Thomas Gottschalk

- Janine Karrasch
Lesezeit: 2 min

Im Podcast "Zwischen den Zeilen" von Moderatorin Bettina Böttinger (69) gab Comedian Atze Schröder (60) einen bemerkenswert offenen Einblick in seine Haltung zur deutschen Comedy-Landschaft – und ließ dabei einen gezielten Stich gegen seinen Kollegen Thomas Gottschalk (75) nicht aus. Bettina sprach den Komiker darauf an, wie es ihm gelungen sei, nach rund drei Jahrzehnten auf der Bühne nicht in die Falle zu tappen, die viele seiner Altersgenossen stellen: das öffentliche Klagen darüber, dass man heute angeblich nichts mehr sagen dürfe. Mit entwaffnender Direktheit verwies Atze auf jene "weißen Männer" seiner Generation, die sich als Opfer des gesellschaftlichen Wandels inszenieren – und nannte dabei Ross und Reiter: "Klar sagen einige, man dürfe nicht mehr sagen, was man denkt. Unter anderem Thomas Gottschalk – wo man dann selbst für sich denkt: Vielleicht liegt es daran, was du so denkst."

Dass Atzes Seitenhieb nicht aus dem Nichts kommt, belegt ein Blick auf Thomas' jüngere Vergangenheit. Der langjährige Wetten, dass..?-Moderator sorgte wiederholt mit Aussagen für Empörung, die viele als weltfremd oder schlicht unangemessen empfanden. Bei der Bambi-Verleihung etwa sorgte er mit dem Kommentar, Cher (79) sei "die einzige Frau, die er in seinem Leben ernst genommen habe", für breites Kopfschütteln – und musste sich anschließend öffentlich entschuldigen. In einem Spiegel-Interview 2024 relativierte er Vorwürfe des unangemessenen Verhaltens gegenüber Frauen mit der Formulierung, er habe sie "im TV rein dienstlich angefasst" – eine Aussage, die im Netz heftige Reaktionen auslöste. Im Dezember 2025 zog er sich nach einer Krebserkrankung schließlich aus dem öffentlichen Leben zurück. Der 75-Jährige leidet an einem aggressiven epitheloiden Angiosarkom. Ende Januar gab es jedoch ein hoffnungsvolles Lebenszeichen: Bei einer zufälligen Begegnung mit einem Reporter in München berichtete Thomas, dass es ihm besser gehe.

Unterdessen räumte Atze freimütig ein, dass sein früheres Programm mit den heutigen gesellschaftlichen Maßstäben nicht mehr vereinbar wäre und einen berechtigten Aufschrei auslösen würde. Eine Produktion wie "Alles Atze" sei heute schlicht "nicht mehr möglich", sagte er. "Wenn ich jetzt die ganzen Sprüche von früher noch kloppen würde wie vor 25, 30 Jahren, dann wäre ich der älteste weiße Komiker, den es überhaupt nur gibt", so Atze. Statt darüber zu lamentieren, sieht er darin jedoch eine handwerkliche Herausforderung, keine Zumutung. "Wie uninteressant wäre mein Job, wenn ich immer die alten Kamellen weitermachen würde", gab er zu verstehen. Diese Haltung – Reflexion statt Rückwärtsgewandtheit – ist es, die ihn von anderen unterscheidet.

Atze Schröder, Komiker
Getty Images
Atze Schröder, Komiker
Thomas Gottschalk und Cher beim Bambi 2025 in der Bavaria Filmstadt in München
BrauerPhotos / Dominik Beckmann für Hubert Burda Media
Thomas Gottschalk und Cher beim Bambi 2025 in der Bavaria Filmstadt in München
Atze Schröder in Köln, 2014
Getty Images
Atze Schröder in Köln, 2014
Atze stichelt gegen Thomas Gottschalk: Auf wessen Seite steht ihr?
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