Alte Fehde: Quentin Tarantino rechnet mit Robert Altman ab
Quentin Tarantino (63) ist für seine leidenschaftlichen Aussagen über Filme und Filmemacher bekannt. Nun hat er erneut einen echten Klassiker in der Luft zerrissen, und zwar den Kultfilm "Popeye" aus dem Jahr 1980. In seinem Buch "Cinema Speculation" rechnet der Regisseur schonungslos mit dem verstorbenen Filmemacher Robert Altman (†73) ab. Quentin bezeichnet die Verfilmung als "grauenhafte Verunstaltung der Erinnerung an Segars Seemann". Gemeint ist die Comicfigur des schlagkräftigen Matrosen Popeye, die auf den Schöpfungen von Elzie Crisler Segar basiert.
Ein bestimmter Punkt treibt Quentin dabei besonders auf die Palme: Im Film von Robert ist Popeye, gespielt von Robin Williams (†63), kein großer Spinatfan – obwohl das Gemüse in den Comics die entscheidende Kraftquelle der Figur ist. In den Vorlagen verleiht Spinat Popeye in gefährlichen Momenten übermenschliche Stärke, mit der er seinen Erzfeind Bluto bezwingen kann. Robert hingegen verweigere dem Publikum "diesen kathartischen Höhepunkt – und das auf perverse Weise", schreibt der Regisseur in seinem Buch. Aber damit nicht genug: Quentin zufolge schadete Robert mit dem Film nicht nur dem Publikum, sondern auch den produzierenden Studios Disney und Paramount, die so unzufrieden mit dem Ergebnis waren, dass sie ihn in den folgenden zwei Jahrzehnten nicht mehr engagierten. "Er will Erwartungen nicht nur auf den Kopf stellen, er will zynisch auf sie pissen – einfach, um ein Arschloch zu sein", so Quentins hartes Urteil.
Robert und Quentin stehen für zwei grundverschiedene Schulen des amerikanischen Kinos. Robert, der im Jahr 2006 verstarb, galt als Meister des Ensemblefilms. Werke wie "Nashville" oder "Short Cuts" machten ihn zu einem der respektiertesten Regisseure Hollywoods – wenige Monate vor seinem Tod erhielt er einen Oscar für sein Lebenswerk. Quentin hingegen hat ihn schon mehrfach öffentlich kritisiert: Er bezeichnete Roberts Film "McCabe & Mrs. Miller" im "Pure Cinema Podcast" als "schrecklich" und nannte den Regisseur einen "verdammten Kiffer, der es nicht besser weiß."








