Der Comedian Oliver Kalkofe hegt Abneigung gegen Influencer
Oliver Kalkofe (60) legt nach: Im Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung rechnet der Comedian mit der verklärten Rückschau vieler Boomer ab und holt gleichzeitig gegen das Influencer-Business aus. Der 60-Jährige stellt klar, dass "früher mitnichten alles besser" gewesen sei, sondern "nur anders schlecht". Die Aussagen fallen anlässlich seines neuen Buchs "Nie war Früher schöner als Jetzt", in dem der Satiriker Erinnerungen seziert und gängige Nostalgie-Mythen zerlegt. Mit Blick auf die Gegenwart stichelt er zudem gegen Social-Media-Stars und "Content Creator", denen er jeglichen Mehrwert abspricht. Sein Fazit: weniger posieren, mehr anpacken – und bitte echte Fähigkeiten mitbringen.
Oliver wird in der Zeitung äußerst deutlich: "Was die Welt definitiv nicht mehr braucht, sind weitere Influencer", sagt er, und setzt nach, die Gesellschaft brauche Menschen, die "Dinge herstellen und nicht bloß präsentieren." Den Begriff "Content Creator" nennt er einen, "bei dem ich immer fast schreien möchte". Statt endloser Selbstdarstellung fordert der Komiker neue Wertschätzung für praktische Berufe: "Die neuen Helden der nächsten Zeit werden die Handwerker sein." Parallel räumt er mit nostalgischen Wunschbildern auf: Das Gehirn glorifiziere die Vergangenheit, bis hin zur absurden Idee, man könne irgendwann selbst einen polarisierenden Politiker als "ehrlich" erinnern. Und dennoch entdeckt er in der viel beschworenen Vergangenheit einen unerwarteten Schatz: ausgerechnet Langeweile. "Wir leben in einer Zeit der permanenten Überforderung", erklärt er.
Privat hält der Satiriker Social Media vor allem als Arbeitswerkzeug in der Hand, für Klatsch und Essensfotos schwärmt er nicht. Er gibt aber zu, dass auch er in freien Minuten zum Smartphone greift und News checkt. Wer ihn länger verfolgt, weiß: Er mischt sich ein, wenn ihn Debatten nerven – ob im Radio, Podcast oder auf der Bühne. In Gesprächen über Fernsehlegenden, Medienzirkus und die Echokammern der Netzwerke plädiert er regelmäßig dafür, genauer hinzuschauen und den Ton herunterzudrehen. Schon im vergangenen Jahr hatte Oliver sich schützend vor Thomas Gottschalk (75) gestellt, als dieser für Aussagen in seinem Buch "Ungefiltert" und in Interviews massiv kritisiert wurde. Im Podcast "Die Wochentester" erklärte der Komiker damals: "Diese Gottschalk-Diskussion war so unnütz und unnötig, da sie in die vollkommen falsche Richtung ging."






